﻿{"id":35,"date":"2015-02-02T20:52:41","date_gmt":"2015-02-02T20:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/dev.ermen-lh.de\/?page_id=35"},"modified":"2015-05-23T19:28:06","modified_gmt":"2015-05-23T19:28:06","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ermen-lh.de\/?page_id=35","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Der Sch\u00fctzenverein Ermen wurde 1829 gegr\u00fcndet, also in einer Zeit, als die Erinnerung an Napoleon und seine europ\u00e4ischen Machtanspr\u00fcche noch sehrlebendig in den K\u00f6pfen unserer Vorfahren waren. Auch in Ermen waren die europaweiten, kriegerischen Auseinandersetzungen direkt sp\u00fcrbar. Aus Ermen stammte der 1790 geborene Johann Bernhard Sch\u00e4per, genannt H\u00f6ning, der in den Bergischen Truppen der Infanterie am Ru\u00dflandfeldzug Napoleons teilnahm. 1810 galt er als vermisst, 1841 wurde er f\u00fcr tot erkl\u00e4rt. In dieser Zeit wuchsen in ganz Europa nationale Erhebungen gegen die napoleonische Anma\u00dfung. Die V\u00f6lkerschlacht bei Leibzig 1813 leitete den Niedergang Napoleons ein. Die europ\u00e4ische Bev\u00f6lkerung f\u00fchlte verst\u00e4rkt patriotisch und nationalbewusst, was eine Vielfalt von Vereinsgr\u00fcndungen zur Folge hatte. H\u00f6hepunkt dieser politischen Bewegung war das Hambacher Fest von 1832, auf dem 30.000 Menschen f\u00fcr die Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, die deutsche Einheit und eine europ\u00e4ische F\u00f6deration demonstrierten. So kann man annehmen, dass unsere Vorfahren im Zuge dieses Zeitgeistes den Sch\u00fctzenverein Ermen 1829 gr\u00fcndeten. Nat\u00fcrlich galt es nicht mehr, die Heimat gegen Landesf\u00fcrsten oder allgemeine Feinde wie noch im sp\u00e4ten Mittelalter mit der Waffe verteidigen zu m\u00fcssen, vielmehr wollte man mit der Gr\u00fcndung eines Sch\u00fctzenvereins seine patriotische Gesinnung zum Ausdruck bringen. F\u00fcr die Mitglieder der Sch\u00fctzengemeinschaft waren die nicht immer regelm\u00e4\u00dfig ausgetragenen Sch\u00fctzenfeste aber auch eine willkommene Gelegenheit, sich in der Schie\u00dfdisziplin zu messen und im besten Falle die ehrenvolle Anerkennung der Gemeinschaft als K\u00f6nig zu erringen.\u00a0\u00a0 Die Besiedlungsanf\u00e4nge Ermens im &#8222;Kernm\u00fcnsterland&#8220; sind unbekannt und k\u00f6nnen nur durch einen Vergleich mit nachweisbaren Informationen aus der Entwicklung der Nachbarschaft vermutet werden. Die ersten, dauerhaften Besiedlungen d\u00fcrften sicherlich wesentlich durch die topografischen Bedingungen bestimmt gewesen sein. Hier spielte die Unw\u00e4gbarkeit der Stever\u00fcberflutungen eine gro\u00dfe Rolle. Die durch die L\u00fcdinghauser Flachmulde flie\u00dfende Stever, urspr\u00fcnglich: &#8222;Stibarnia&#8220; = die Stauende (aus s\u00e4chsischerZeit) , verursachte regelm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe \u00dcberschwemmungen, wie sie trotz derSteverregulierungen noch lange im letzten Jahrhundert von der L\u00fcdinghauserBev\u00f6lkerung beklagt wurden. So verwundert es nicht, dass die \u00e4ltesten, nachgewiesene Ermener Siedlungen auf \u00fcberschwemmungsgesch\u00fctzten Standortenlagen, wie H\u00f6ckensfeld (1150), G\u00fcler (1242) und Burg Alrodt (1346).Im Jahre 800, aus der die bislang \u00e4lteste Urkunde unserer Heimat stammt, war derL\u00fcdinghauser Siedlungsraum durch eine einf\u00f6rmige, b\u00e4uerliche Besiedlung gekennzeichnet, die mit locker gebauten Bauerschaftsdrubbeln Oberh\u00f6fen zugeordnet war. Durch die Schenkung ihres Erbes der L\u00fcdinghauser Snelhard und Walfried an Liudger, dem sp\u00e4teren ersten Bischof von M\u00fcnster, nahm der Abt von Werden einen ma\u00dfgeblichen Einfluss auf den L\u00fcdinghauser Raum. Die bisher \u00e4lteste Erw\u00e4hnung Ermens ist der im Werdener Register 1150 erw\u00e4hnte Hof Huckinsfelde, heute Hof H\u00f6ckensfeld. Das Bauerngericht in Ermen von 1536dokumentiert weitere Zugeh\u00f6rigkeiten einzelner H\u00f6fe, wie zu den Herren vonAlrodt, von Meinh\u00f6vel, Hake zu Rauschenburg und von Morrien zu Nordkirchen. Die Abh\u00e4ngigkeit der Ermener zur Herrschaft auf der Burg L\u00fcdinghausenist nicht nachgewiesen, vielmehr geh\u00f6rte Ermen lange Zeit zum bisch\u00f6flichen AmtWerne und so zum f\u00fcrstbisch\u00f6flichen M\u00fcnster. Von 1804 bis 1806 unterstand es dem Erbf\u00fcrsten Preu\u00dfen. 1806 wurde L\u00fcdinghausen dem Gouverneur Loisonunterstellt. 1808 kam L\u00fcdinghausen zum Gro\u00dfherzogtum Berg, aus dem Napoleon Truppen rekrutierte. 1809 geh\u00f6rte Ermen zur Municipalite&#8216; L\u00fcdinghausen, dem Ruhrdepartement zugeordnet. 1811 lag unsere Nachbargemeinde T\u00fcllinghof imfranz\u00f6sischen Kaiserreich, Ermen hingegen weiter im Gro\u00dfherzogtum Berg. 1815wurdedas geteilte Kirchspiel L\u00fcdinghausen wieder vereinigt. Chronologie bekannter Stationen Ermener Geschichte Erw\u00e4hnung Hof Hukinsvelde 1160 1242 1331 1346 Godfried von Ermen als Bruder des Hermann von Dale (von Ermen als Nebenlinie derer von Dale auf Burg Dahle, Lippe ?) Schlacht auf der G\u00fcler Heide Bernt v. Ermen = Bernaduse Ermele (gen. Sluch) wird vom Domkapitel mit dem Hof Ermen belehnt Verkauf eines Teiles des Oberhofes Ermen von Schillink an Johann v. Morrien 1380 undatiert Johannes v. Ermen (Sohn von Sluch) 1400 1346 1443 1446 Albert v. Ermene (Enkel von Sluch) wird nach dem Lehnsbuch des Bischofs Potho mit &#8222;dat Alrod&#8220; belehnt Johannes und Albert von Ermel (Sohn und Enkel von Sluch) als Dienstleute der Abtei Werden Johan van Ermene (Sohn von Albert v. Ermen) wird vom Domkapitel mit dem Hof Ermen als rechtes Schultenlehen = Curtis = Amtshof belehnt. Auch Lehnsnachfolger von Alrodt Albert v. Ermen (zun\u00e4chst mit Gertrud,dann mit Heilka von Dalen verheiratet) erh\u00e4lt vom Probst Johan Hake den Hof Ermen als Schultenlehen Albert und Johan von Ermen sind 1454 1470 1487 1488 Mitunterzeichner der Landesvereinigungsurkunde Albert v. Ermen in einer Memorie im Dom zu M\u00fcnster erw\u00e4hnt als Teilnehmer der Stiftsfehde des Bischof Walram gegen Johann von Hoya (Schlacht bei Varlar) Bernard v. Ermen (Frau: Ermgard) erh\u00e4lt vom Probst Roloff zu Langen den Hof Ermen als Schultenlehen Elseke von Ermen (gen. Botelsehe ) stiftet Memorien in St. Felizitas Bernard von Ermen und Ehefrau Ermgard stellen dem B\u00fcrgen Evert von Merfeldt zu Westerwinkel einen Schadlosbrief aus 1505, 1509 1499 1507 Bernard als B\u00fcrge f\u00fcr Evert v. Merfeldt Stephan v. Ermen (Sohn von Bernard) ist mit N. v. Galen verheiratet Bernt van Ermen legt &#8222;up Romanus dach&#8220; den ersten Stein der heutigen Pfarrkirche St. Felizitas 1517 undatiert undatiert undatiert 1536 1549 Bernard und Ermgard verkaufen aus ihrem Erbe Bobbenkamp eine Rente in H\u00f6he von 5 Goldgulden Wessei v. Ermen (gen. Roftasch) ist verheiratet mit Ermgardt v. N. Wessei v. Ermen ist verheiratet mit Joste v. Hackfurt (kinderlos?) Hilleke v. Ermen (= Heilke = Schwester von Wessei und Dorothea) bekommt als Stiftsdame zu Freckenhorst Alrodt Br\u00fcder Wessei und Dirk v. Ermen vor dem Bauerngericht am 16. November auf der alten HofsteIle des Amtshofes zu Ermen als Malstedde (&#8222;prinzipall SoltsteddeU) Parteien: Probst, Domkapitel, Wessei u. Dirk v Ermen Niehues, Werne R\u00f6tger tom Burbank Johann Hagen Bernhard in den Hulsen Johann Guler Merten-Witte Hinrik der Witte Johann Beckmann Johann Honink Albert Teyle Johann Weyscher Johann tom Helmstedde Richter: Zeugen: Wessei van Ermen wird vom Domprobst Godert v. Merfeld eine Rente verschrieben 1559 1564- 1588 1580 1584 1588 1592 1594 1594 1594 Sundach v. M\u00fcnster (ges1.1588)als Sohn des Vitus v. M\u00fcnster-Alst und der Dorothea v. Ermen, verheiratet mit Marg. v. Wulf zu F\u00fcchteln erbt das Gut Alrodt Sundach wirtschaftet schlecht und verkauft viele verschiedene Renten, u.a.:Krechtink, H\u00f6fe Burbank, Beckmann und G\u00fcller (400Thlr.) an Gert v. Morrien, Gut H\u00fclshorst an Bernd v. Detten zu M\u00fcnster Sundach hat 200 Thlr Schulden bei seiner Schwiegermutter: Wittwe v. Wulf F\u00fcchteln Sundach hat 7 Jahre Rentenr\u00fcckstand f\u00fcr diverse Kapitalien v. Morrien erledigt 157 Thlr Restschulden der Schwiegereltern Sundachs (seine B\u00fcrgen) Dirikshoffs Kamp versteigert an Georg Gobbel, Ascheberg; Bobbenkamps Erbe an Wolf zu F\u00fcchteln Heimbstetter Geist und Ackerkamp bei Alrodt an v. Ascheberg zu Biink von M\u00fcnster zu Botzlar erhalten Bobbenkamps Zaunholzkamp Johan v. Dorth (Herr zu HorsUPesch,Vehoff)erh\u00e4lt Alrodt und Teil der G\u00fcter Wittwe v. Morrien kauft div. G\u00fcter und Bauernh\u00f6fe aus Konkursmasse 1607 1614 1614-1703 1631 1666 1680 1704 1704 Gert v. Morrien kauft am 27. April \u00fcber die Sandfortschen Erben Haus Alrodt und zugeh\u00f6rige Lehen, sowie Teile des Ermenholz f\u00fcr 600 Taler erh\u00e4lt die Familie von Dorth Bobbenkamps Zaunholzkamp Familie v. Dorth verschiedentlich vom Abt zu Werden belehnt Johann von Dorth kauft von der Familie von Morrien aus der vermutlichen Konkursmasse des Sundach von M\u00fcnster Besitzungen des Hauses Alrodt zur\u00fcck Zeino Friedrich v. Dorth (verh. mit Freiin v. Hoheneck) und Adrian Adolph v. Dorth &#8211; beide in holl\u00e4ndischen Diensten zur spani schen Krone &#8211; haben Rechtsstreitigkeiten mit den Herren Meinh\u00f6vel und des Hauses Nordkirchen wegen Abz\u00e4unungen im Ermenholz Wilhelm v. Dorth hat Grenzstreitigkeiten mit den Herren v. der Reck auf Wulfsberg (Alrodtsche Wrechte = Einfriedigungen wurde niedergehauen) Alrodt steht in der Liste der andtagsf\u00e4higen G\u00fcter (Herr v. Dorth ist Mitglied des Landtages) Freiin v. Hoheneck (Wittwe von Zeino Friedrich v. Dorth) verkauft am 13. 10. ein &#8222;Halbscheid&#8220; des Hauses Alrodt (ihrer T\u00f6chter Franziska, Josepha und Johanna) an F\u00fcrstbischof Christian Friedrich v. Plettenberg-Lenhausen (Erbauer des heutigen Schlosses Nordkirchen), der auch die andere H\u00e4lfte (des Adrian Adolph v.Dorth) angekauft haben muss 1714 Ferdinand Adolph von Plettenberg (Christians Neffe) erh\u00e4lt Alrodt als Lehen des Abtes zu Werden 1762 Zeller Riemann ( Wiechert, Wiegers gen. Riemann, heute G\u00f6cke ) wird w\u00e4hrend des 7 &#8211; j\u00e4hrigen Krieges (1756 &#8211; 1763) von Spitzbuben \u00fcberfallen 1775 Steverreinigung von Haus Kakesbeck bis Haus Alrodt durch die h\u00f6rigen Leute der Gutsherren. U.a. spendet hierzu das Haus Alrodt 4 Tonnen Bier 1777 Lehrer Groene in Ermen 1803 25.2. Reichsdeputationshauptschluss: fast alle geistliche Herrschaften aufgehoben S\u00e4kularisierung des geistlichen Eigentums Preussische Landesgerichtsordnung 1806 \/ 15 Zeit Napoleons B\u00fcrgermeister muss preussischen Adler entfernen. Franz\u00f6sisches Gebiet westlich der Vischeringschen Stever. Ermen geh\u00f6rt zum Gro\u00dfherzogtum Berg Infanterist H\u00f6ning (Sohn des Johann Bernard Sch\u00e4per gen. H\u00f6ning und Gertrud H\u00f6ning) kommt per Conscription im Jahre 1810 in den aktiven Dienst des Gro\u00dfherzogs und stirbt wahrscheinlich auf dem Ru\u00dflandfeldzug. 1842 f\u00fcr tot erkl\u00e4rt 1808 12. Dezember: Decret \u00fcber Abschaffung des &#8222;Leibeigenthums&#8220;, &#8222;erf\u00fcllt die Colonen mit Freude&#8220;. 1815 1. Januar: geteilte Kirchspiele L\u00fcdinghausens wieder vereinigt <strong>1829 Gr\u00fcndung des Sch\u00fctzenvereins Ermen <\/strong>1843 Schulneubau (Ort: heute Gutermann) 1914\/18 In den beiden Weltkriegen gefallen bzw. vermi\u00dft: 47 Ermener Mitb\u00fcrger; Ansiedlung Ostvertriebener 1939\/45 \\ 1951\/52 Boxtrainingslager Heinz Neuhaus Gastst\u00e4tte H\u00fclswitt 1963 Erw\u00e4hnung Ermens in &#8222;Hundejahre&#8220; vom sp\u00e4teren Nobelpreistr\u00e4ger G\u00fcnter Grass 1965 Schulneubau (Ort: heute Helmig) 1968 Schlie\u00dfung der Bauerschaftsschule Ermen 2001 WDR Fernsehsendung \u00fcber Ermen 2001 Erwerb des Grundst\u00fccks &#8222;Vogelrute&#8220; 2004 Jubelfest 175 Jahre Sch\u00fctzenverein Ermen, Errichtung einer Schutzh\u00fctte an der &#8222;Vogelrute&#8220;.<\/p>\n<p>Quelle: Festschrift 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sch\u00fctzenverein Ermen wurde 1829 gegr\u00fcndet, also in einer Zeit, als die Erinnerung an Napoleon und seine europ\u00e4ischen Machtanspr\u00fcche noch sehrlebendig in den K\u00f6pfen unserer Vorfahren waren. 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